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Hallo, liebe Brusher! Bisher habt Ihr nur immer allgemeine Infos über uns erhalten, aber wisst Ihr eigentlich, wie es sich
so als Ehefrau eines Airbrush-Künstlers lebt?
In der Zeitschrift „Airbrush, Art + Action“ Nr. 04/97 las ich einen Bericht von Janet L. Young (Ehefrau von Eddie Young) und
musste erst mal meine Augen reiben. War das nicht etwa ich? Aber nein – es gibt doch einen kleinen Unterschied. Mrs. Young ist anscheinend nicht berufstätig!
Hier ein beispielhafter Tagesablauf als (tageweise) berufstätige Ehefrau eines Airbrush-Künstlers, die ganz nebenbei auch noch Mutter,
Hausfrau, Gartenbetreuerin und Studio-Organisator ist (im folgenden kurz „SEKF“ = sturmerprobte Künstlerfrau genannt):
Es ist morgens, 06:20 Uhr. Dieser blöde Wecker reißt mich (mindestens) dreimal aus meinen Träumen, bevor ich mich um 06:45 Uhr
schließlich entschließen kann, doch noch aus den Federn zu krabbeln. Mani schläft währenddessen noch friedlich.
Um 07:00 Uhr werfe ich ihn dann aus dem Bett (hmm??).
Tja, gegen 07:45 Uhr bin ich in der Arbeit. Um ca. 08:30 Uhr kommt der erste Hilferuf des Künstlers: „Weißt Du, wo die Unterlage ist?“ Ich beruhige ihn, gebe ihm Tipps, wo er suchen kann. „Na,
hoffentlich!“
Gegen 12:00 Uhr und weiteren Anrufen („Gerade hat Herr XY angerufen – ich hab‘ gesagt, Du rufst zurück“) verzieht sich die SEKF kurz zum Mittagessen.
Als ich zurückkomme, sagt meine Kollegin: „Du, Dein Mann hat gerade angerufen!“ Ach, ist es wirklich wahr?
Ich rufe zurück. „Wann kommst Du denn endlich heim?“ (Es ist ca. 12:45 Uhr – ich bin bis 15:45 Uhr in der Arbeit.).
Irgendwie zwischendurch schaffe ich es tatsächlich, auch noch etwas zu arbeiten.
Gegen 16:00 Uhr bin ich dann zu Hause. Noch nicht drin bei der Haustür, klingelt schon das Telefon. „Gehst Du gleich
hin?“ „Hast Du Herrn XY schon zurückgerufen?“ „Weißt Du, wo meine Diskette ist?“ „Hast Du die Farben schon bestellt?“ „Was essen wir denn heute?“
Irgendwann nach
unendlich vielen Fragen und Aufträgen, Telefonklingeln und Erzählungen meiner Tochter habe ich sogar meinen Mantel ausgezogen. „Ach ja, um 17:00 Uhr kommt der nächste Kunde!“ „Warst Du schon
einkaufen?“ „Hast Du meine Uhr gesehen?“
Nachdem der Kunde um 18:00 Uhr wieder weg ist, sitzt Mani schon wieder im Studio oder am Computer („Du setzt Dich nie zu mir“) und so gegen
20:30 Uhr und ca. 10 weiteren Fragen essen wir (vielleicht) zu Abend. Danach gibt’s die neuesten Infos zu Airbrush-Artikeln, Computern u.ä. („Du befasst Dich viel zu wenig damit!“).
Um 22:00 Uhr fallen der SEKF allmählich die Augen zu (warum wohl?) – „Du bist immer nur müde!“
Soll ich Euch auch noch den Ablauf meiner „freien“ Tage schildern?
Aber ich möchte Euch eines sagen (wie schon Janet L. Young feststellt): Ich möchte mit niemandem auf der Welt tauschen, denn Kreative
sind halt in jeder Beziehung kreativ (und chaotisch), dabei aber unglaublich nett und liebenswert. Und deswegen liebe ich meinen Mann so, wie er ist!
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